Kakophonie des Grauens

Posted on Oktober 4, 2009
Döntjes, Shanties | Am Klönschnack beteiligen

So oder so ähnlich läßt sich donnerstag abend zusammenfassen. Was war passiert?

Wir hatten die Schnaps Cideridee mal wieder zur Karaokenacht der Waffles Bar zu gehen. Glücklicherweise gab es bis zum Einstöpseln der Teufelsmaschine, die aus Männern und Frauen und allen dazwischen Heulbojen macht, günstigen Alkohol, um die Stimmbänder zu ölen und die Hemmungen wegzuspülen. Dementsprechend leerten wir ein paar Flaschen, während sich die Bar langsam füllte.

Das Publikum war erstaunlich gemischt: von Anfang 20 bis zum rüstigen Rentner war wirklich jede Altersgruppe vertreten.  Einer der Rentner war es auch, der uns zum ersten (aber nicht letzten) Mal am Abend die Kinnlade runterfallen ließ – mit feinstem Schmelz in der Stimme, intonierte er Ratpack-Klassiker, dass es einem das Wasser in die Augen trieb. Seine Leistung wurde nur noch von einem Typen getoppt, der eigentlich kein Mikro gebraucht hätte, denn sein klares Stimmvolumen füllte die Bar von der Bühne ganz vorne bis ans hintere Ende. WAHNSINN!

Irgendwann war es dann Zeit für mich die Bühne zu betreten. Meine Wahl war auf John Peels Lieblingslied, welches auch bei mir in jeder Topliste ziemlich weit obensteht, gefallen – Teenage Kicks von den Undertones. Es lief wohl ganz passabel, doch leider konnte ich den Song nicht bis zum Ende vortragen, weil mittendrin die CD den Geist aufgab. Ich hoffe, ich hab sie nicht kaputtgesungen…

Etwas später standen mein Gesangspartner und ich dann mit der im nachhinein äußert schlechten, bzw. extrem wahnwitzigen Idee den B52’s-Klassiker Love Shack darzubringen abermals auf der Bühne. Was folgte war ein erstklassiges Desaster. Zum Einen hatte ich vergessen wie anzüglich-lustig der Text doch ist, zum Anderen wird derselbe auch noch auf sehr seltsame Art und Weise dargebracht. In der Annahme den schlimmsten Auftritt des Abends abgeliefert zu haben verließen wir unter einem Schwall Entschuldigungen die Bühne.

Doch wir hatten uns geirrt. Es gab tatsächlich einen Menschen, der es schaffte unsere unterirdische Vorstellung noch zu unterbieten: ein in den 70ern stehengebliebener Herr in Polysteranzug, der sich für den wiedergeborenen Elvis hielt, vollbrachte die tollkühne Leistung nicht nur keinen Ton zutreffen, er sang obendrein auch noch einen komplett anderen Text als die Monitore anzeigten. Dabei grinste er mit einer Begeisterung, als ob der leibhaftige Elvis in Ehrfurcht vor ihm niederknieen würde.

Aber nicht alles was schlecht anfängt, endet katastrophal: kurz bevor wir gehen wollten, bekamen wir eine zweite Chance und begaben uns ein letztes Mal auf die Bühne und gaben Summer Nights zum Besten. Wir hätten zwar fast  mit vertauschten Rollen gesungen (was ich lustig gefunden und auch gerne zu Ende gebracht hätte) und aufgrund der seltsam langen Pausen habe ich ein paar Mal zu früh angefangen, aber im Großen und Ganzen war es okay und unsere Freunde begeistert.

Etwas später gingen wir dann zufrieden nach Hause, gaben uns aber vorher noch ein hochundheiliges “Nie wieder Love Shack!”-Versprechen.

Fotobeweis: Locker beswingt und hochgradig konzentriert

Fotobeweis: Locker beswingt und hochgradig konzentriert

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